Geschichte

Der Ort liegt an der Obermosel in teils weinbaulich, teils landwirtschaftlich genutzter Flur.


Temmels

Die Obermoselstraße und besonders die Eisenbahnstrecke, an welcher in Temmels 1883 ein Haltepunkt eröffnet wurde, durchschneiden die Ortslage, wobei in der Entwicklung des Dorfes ohnehin zwei Siedlungskerne angenommen werden können: einer befindet sich unmittelbar an der Mosel, während der andere etwas abgesetzt oberhalb der Bahnlinie liegt. Wiederum etwas abgesetzt an der Mosel erstreckt sich als dritter baulicher Schwerpunkt der ummauerte Bereich des Georgshofes, des ehemaligen Deutschherrenorden.

Temmels wird erstmals 634 im Testament des Diakons Adalgisel Grimo als Villa Tamaltio urkundlich genannt. Die beiden Siedlungskerne des Dorfes werden als einerseits römischer und andererseits fränkischer Herkunft angesehen. Auch die Pfarrei Temmels scheint eine der ältesten im Obermoselraum gewesen zu sein. Wie die Nachbarorte gehörte Temmels vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution zu Luxemburg. Der Deutsche Ritterorden war hier seit dem 13. Jahrhundert begütert. Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde 1861/62 am damaligen Dorfrand in neugotischer Ausstattung erbaut.

Die alte, 1877 abgebrochene Kirche befand sich im ummauerten Friedhofsbereich an der Mosel. Neben den im Ortskern teils gut erhaltenen alten Häusern und Höfen gewinnt Temmels seine besondere bauliche und kulturhistorische Note durch das ehemalige Landgut des Trierer Deutschherrenorden (Georgshof). Die aus einer in Gänze ummauerten Gebäudegruppe bestehende Anlage an der Mosel war seit den 1970er Jahren dem Verfall preisgegeben und befindet sich in weitgehend ruinösem Zustand, läßt aber die einstige Bedeutung durchaus noch erkennen.